05.05, 13:00–14:00 (Europe/Berlin), Raum Hamburg
Sprache: Deutsch
Alle reden über KI. Darüber, wie sie die Software-Entwicklung revolutioniert, wie sie uns Entwicklerinnen und Entwickler ersetzt, wie sie alles schneller, besser, billiger macht. Und ja, KI verändert unsere Branche. Aber sie ist nicht das eigentliche Problem.
Das eigentliche Problem ist, dass wir seit Jahrzehnten auf das Falsche schauen. Wir diskutieren über Frameworks, Sprachen und Tools. Wir optimieren Build-Pipelines, streiten über Architektur-Patterns und jagen dem nächsten technologischen Trend hinterher. Dabei übersehen wir das, worauf es wirklich ankommt: die Fachlichkeit. Die Domäne. Das, was unsere Software eigentlich leisten soll.
KI macht dieses Versäumnis nur schmerzhaft sichtbar. Denn eine KI, die Code generiert, ohne die Fachlichkeit zu verstehen, produziert genau den gleichen Müll, den wir seit Jahren von Hand schreiben – nur schneller. Die unbequeme Wahrheit ist: Nicht die KI muss besser werden. Wir müssen besser werden. Wir müssen aufhören, Software von der Technologie her zu denken, und anfangen, sie von der Fachlichkeit her zu denken.
Diese Keynote ist ein Weckruf. Sie zeigt, warum der Fokus auf Technologie uns in eine Sackgasse geführt hat, welche Denkweisen und Ansätze es längst gibt, um Software grundlegend anders zu bauen, und warum ausgerechnet jetzt der richtige Moment ist, alles zu hinterfragen. Nicht wegen der KI. Sondern trotz der KI.“
Golo Roden ist Gründer und CTO der native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie APIs, wobei sein besonderer Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen liegt. Sein Leitmotiv: Software ist niemals Selbstzweck – sie muss stets der zugrunde liegenden Fachdomäne folgen und diese widerspiegeln.