05.05, 17:00–17:30 (Europe/Berlin), Saal St. Petersburg
Sprache: Deutsch
AI Agents können heute nicht nur Code vorschlagen, sondern ganze Arbeitsketten ausführen: lesen, planen, ändern, testen, nachbessern. Dadurch wird nicht nur Entwicklung schneller – es wird auch gefährlicher, wenn Kontext, Entscheidungen und Grenzen über Tickets, Chats, Meetings und Köpfe verstreut bleiben.
In diesem Talk zeigen wir, warum Spec-Driven Development in unserer Praxis stark wird, wenn Spezifikation als führende Projektwahrheit verstanden wird: als Project Brain, aus dem Menschen und Agents gemeinsam arbeiten können.
Wir teilen, welche Praktiken dafür im Team funktionieren – und wo SDD scheitert, wenn man es nur als "Spec → Code" missversteht.
Viele Teams kennen die Symptome: Ein Agent erzeugt erstaunlich schnell brauchbaren Code, aber beim Review tauchen Fragen auf, die gar nicht im Code liegen. Welche fachliche Regel gilt wirklich? Warum wurde ein Scope so geschnitten? Welche Entscheidung war bewusst, welche nur historischer Zufall? Und wo steht eigentlich die Wahrheit, wenn Jira, Confluence, Chat, Git und Meeting-Notizen nicht dasselbe sagen?
Unsere These: SDD ist nicht einfach "Spec rein, Code raus". In agentischer Softwareentwicklung wird Spezifikation zur operativen Schicht einer größeren Architektur. Sie verbindet die führende Projektwahrheit mit konkreter Delivery: Begriffe, Entscheidungen, Grenzen, Akzeptanzkriterien, Tasks, Tests und Review.
Wir berichten aus realer Projektpraxis, in der sich aus Docs-as-Code, Session-Journaling, Spec-Kits und agentischem Arbeiten schrittweise ein Project-Brain-Modell entwickelt hat. Dieses Project Brain ist kein neues Tool und kein Wiki mit schönerem Namen. Es ist der versionierte Ort, an dem ein Projekt festhält, was gilt, warum es gilt, wo die Grenzen liegen und wie daraus überprüfbare Arbeit wird.
Am Ende geht es um handhabbare Heuristiken für Teams, die bereits mit Git, Docs-as-Code, DDD, Architekturarbeit oder AI Agents arbeiten und spüren: Mehr Output allein löst das Problem nicht. Wenn Agency wächst, müssen Projektwahrheit, Grenzen und Review mitwachsen.
Was ihr mitnehmt
- Ein mentales Modell, warum agentische Entwicklung mehr braucht als bessere Prompts und schnelleren Code.
- Eine praktische Definition von Project Brain als versionierte Projektwahrheit für Menschen und Agents.
- Eine Einordnung von SDD als delivery-nahe Spezifikationsschicht: nicht die ganze Architektur, aber der operative Arbeitsvertrag.
- Konkrete Heuristiken wie "Project Brain before Agent Action", "Derived never becomes authority" und "Small auditable slices beat heroic prompts".
- Ein ehrlicher Blick auf Grenzen: Spec-Overhead, Review-Kapazität, Drift, Toolwechsel und die Frage, wann SDD eher hilft oder eher schadet.
Für wen ist der Talk?
Für Productowner:innen, Entwickler:innen und Architekt:innen, die nicht noch eine Tooldemo suchen, sondern eine belastbare Sprache für agentische Softwareentwicklung und Lust auf eine selbstironische Rückschau auf die letzten Turbo-Monate haben: Wie bleibt ein Projekt verständlich, steuerbar und reviewbar, wenn Agents immer mehr Handlungsspielraum bekommen?
Programmieren und Architektur machen mir Spaß. DX und Platforming sind extrem reizvolles Coding-Ambiente, Agile und DDD fulminante Realisierungsphilosophien. Das bedeutet für mich nach unten Eintauchen in die taktische Rabbit Hole, nach oben Aufstieg mit dem strategischen Kreations-Phönix in Wolke sieben. Diesen ganzen Flohsack beieinander halten hält mich in Atem ... oder: Hielt mich in Atem? So war das für mich bis Mitte 2025. Jetzt gibt es Agents. Und Agents, die Agents definieren, orchestrieren, kontrollieren. Wie fühlt ich das jetzt an? Als erstes wieder mal wie ein gigantischer Shift Left ....
Software Engineer für E‑Commerce‑Systeme mit Fokus auf nachhaltige Architektur und sauberen Code. Experimentiert gern mit neuen Programmieransätzen und KI‑Workflows, solange sie sich sinnvoll in reale Systeme übersetzen lassen. Neugier ist hier kein Hobby, sondern Teil des Qualitätsanspruchs.